Computer: Braille-Tastatur und andere Besonderheiten

Computer bestimmten weite Teile des alltäglichen Lebens. Deshalb verwundert es sicher kaum jemanden, dass PCs auch von behinderten Menschen genutzt werden. Die Rechner können dabei sowohl zum normalen Arbeiten genutzt werden, finden aber auch Verwendung in Therapien und dienen einigen Behinderten darüber hinaus auch als Sprachrohr zur Welt, wie das Beispiel des bekannten britischen Physikers Stephen Hawking zeigt.

Einen behindertengerechten PC selbst zusammenstellen

Behinderte Menschen müssen nicht unbedingt auf teure Spezialrechner zurückgreifen, um Arbeiten am Computer durchzuführen. Der eigentliche Rechner unterscheidet sich in der Regel nicht weiter von herkömmlichen Computern. Ein geeignetes Gerät kann sich also jeder Behinderte selbst im Internet zusammenstellen. Die meisten Online-Händler, wie etwa www.mifcom.de, bieten ihren Kunden zu diesem Zweck einen PC-Konfigurator an. Mit ihm lässt sich der Wunsch-PC, vom reinen Officerechner bis hin zum Gaming-PC, leicht selbst zusammenstellen. Spezielle Software oder Hardware für behinderte Menschen wird von normalen PC-Händlern in der Regel nicht verkauft. Hier muss auf Anbieter zurückgegriffen werden, die sich darauf spezialisiert haben.

Softwareseitige Hilfsmittel für Behinderte

Moderne Betriebssysteme haben mittlerweile Mittel an Bord, um behinderten Menschen das Arbeiten am Rechner zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen. Sehbehinderte Menschen nutzen die Funktion, bestimmte Bereiche des Bildschirms vergrößert darstellen zu können, Blinde hingegen setzen auf Programme, sogenannte Sprachwandler, die Text, beispielsweise auf Webseiten, vorlesen. Das funktioniert übrigens auch anders herum. Mittels Headset können beispielsweise Querschnittsgelähmte Texte diktieren. Darüber hinaus wird von Drittanbietern spezielle Software für Behinderte angeboten. So können Blinde auf zahlreiche Programme zurückgreifen, die die Bedienung des PCs zum Kinderspiel machen. Solche Programme verfügen über eine Sprachausgabe, um sämtliche Programminformationen vorlesen zu können. Bedient werden können diese Programme entweder via Spracheingabe oder mittels einer Braille-Tastatur, zu sehen auf https://www.handytech.de/index.php?id=245&L=0. Im Handel gibt es außerdem Programme, die zur Therapie oder zur Schulung bestimmter Fähigkeit genutzt werden können. So gibt es zum Beispiel Software, die bei der Förderung von Patienten mit Leistungs- oder Konzentrationsstörungen helfen kann.

Spezielle Hardware für behinderte Computernutzer

Um blinden oder stark sehbehinderten Menschen die Nutzung eines Computers zu ermöglichen, bieten diverse Hersteller Braille-Tastaturen an. Diese Tastaturen unterscheiden sich deutlich von herkömmlichen Tastaturen. Die Tasten sind mit Zeichen der Blindenschrift Braille ausgestattet und ermöglichen es, einen PC komplett steuern zu können. In der Regel sind Braille-Tastaturen auf die speziellen Bedürfnisse blinder Nutzer ausgelegt, etwa für die Nutzung von Screenreadern. Auch auf das Ausdrucken von Texten müssen blinde Menschen nicht verzichten. Im Handel werden Drucker angeboten, die in Brailleschrift drucken können.

Nicht behinderte Menschen nutzen wie selbstverständlich die Maus zur Steuerung ihres PCs. Es gibt aber Behinderungen, die es den Betroffenen unmöglich machen, eine herkömmliche Maus zu nutzen. Je nach dem Grad der Behinderung können die motorischen Einschränkungen soweit gehen, dass ein spezielles Mausersatzsystem genutzt werden muss. Die Steuerung des Mauszeigers erfolgt dann mithilfe von Augen- oder Kopfbewegungen. Dazu wird ein kleines Gerät auf dem Monitor angebracht. Der Nutzer muss außerdem Markierungspunkte an seiner Brille oder an seinem Mikrofon anbringen, die vom Gerät erkannt und ausgewertet werden. Alternativ besteht die Möglichkeit eine Mütze, die mit einer Markierung versehen ist, zu verwenden. Mausklicks können entweder durch eine Softwarefunktion, einen Fußschalter oder per Sprachbefehl ausgeführt werden. Können keinerlei Kopf- oder Augenbewegungen mehr ausgeführt werden, können Behinderte auch auf Geräte zurückgreifen, die die Cursorsteuerung mithilfe des Mundes ermöglichen. Solche Steuergeräte reagieren auf kleinste Bewegungen der Lippen. Mausklicks werden durch Blasen oder Saugen ausgeführt. Motorisch stark eingeschränkte Menschen sitzen in der Regel im Rollstuhl. Für diese Gruppe bieten sich Taster an, die am Rollstuhl befestigt werden. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen, je nachdem, mit welchem Körperteil und mit wie viel Kraft sie ausgelöst werden sollen.

Behindertengerechte PC-Arbeitsplätze

Der Großteil der Menschen, die von einer Behinderung betroffen sind, möchte am normalen Leben teilnehmen. Dazu gehört natürlich auch die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit. Aufgrund der Behinderung kommen körperliche Tätigkeiten in der Regel nicht infrage. Die meisten behinderten Arbeitnehmer verrichten deshalb Bürotätigkeiten. Die vorgeschriebene Behindertenquote sorgt dafür, dass relativ viele gehandicapte Menschen einen Job finden. Der Arbeitsplatz muss vonseiten des Arbeitgebers natürlich an den Menschen mit Behinderung angepasst werden. Rollstuhlfahrern muss beispielsweise ein einfacher, idealerweise ebenerdiger Zugang zum Arbeitsplatz ermöglicht werden. Sowohl Hardware als auch Software müssen den jeweiligen Bedürfnissen des behinderten Arbeitnehmers angepasst werden. Behinderte Menschen im Betrieb müssen übrigens nicht zwangsläufig körperlich behindert sein. Auch geistig Behinderte sind durchaus in der Lage, zu arbeiten. Menschen, die am Down-Syndrom leiden etwa. Deren Arbeitsgeschwindigkeit ist natürlich langsamer, als die der nicht behinderten Kollegen, die Sorgfalt der Arbeit leidet darunter aber in der Regel nicht.