Schmuck aus Behindertenwerkstätten
Ein Mensch mit einer größeren körperlichen oder geistigen Behinderung, aber auch Mitbürger, die mit einer Kombination aus beidem geboren sind, sind keinesfalls bedauernswerte Wesen. Es gibt nur zu viele Leute, die hier gleich verurteilen: Mitleid, nicht nur mit dem Behinderten, sondern auch mit der Familie, die vom Schicksal so sehr gebeutelt wurde, manchmal auch Spott und, noch schlimmer, Häme und Diskriminierung sind ein Zeichen von Unwissenheit und Unsicherheit. Dennoch müssen sich betroffene immer wieder unterschätzen und beleidigen lassen – oder ihre Angehörigen. Es gibt immer verschiedene Stufen der Behinderung und viele geistig und körperlich Behinderte gehen einer Arbeit nach, leben in Behindertenwohngruppen und werden gefordert und gefördert, damit sie ein ausgefülltes Leben haben dürfen. Die Betreuer wissen um die Fähigkeiten der Gehandicapten, können sie einschätzen und leben mit ihnen zum Teil ganztägig, zum Teil auch nur in gewissen betreuten Situationen zusammen.
Der Besuch einer Behindertenwerkstätte
Wann immer es möglich ist, werden behinderte Menschen nicht ihrem Schicksal überlassen, sondern in besonderen Schulen individuell betreut. Der eine kann vielleicht wirklich nur spielen, Geschichten hören und hat nur geringe Lernerfolge zu erwarten. Doch jeder einzelne Besucher einer Schule für geistig und körperlich Behinderte, der die Chance hat, das Lesen, Schreiben, Rechnen oder handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen, wird dahingehend auch unterstützt. Das Lernen kann – wieder abhängig von der Art der Behinderung – länger dauern und nicht so effektiv sein, wie bei einem gesunden Menschen. Das ist jedoch kein Grund, es nicht zu versuchen. Nach dem Schulbesuch gibt es dann die Option, die gesammelten Erfahrungen in einer Behindertenwerkstätte weiter auszubauen.
Entsprechend ihrer Fähigkeiten arbeiten und lernen die Gehandicapten in der Behindertenwerkstätte im handwerklichen Bereich. Dabei spielt es keine Rolle, dass die einen vieles selbständig tun können, die anderen bei den meisten Handgriffen immer wieder Motivation und Anleitung brauchen. Jeder bekommt eine Aufgabe, zum Beispiel in der Fertigung und beim Verpacken von einfachem Schmuck. Es wird natürlich mit gewissen Grenzen auch in wirtschaftlichem Interesse gearbeitet. Immer wieder fahren die Pfleger und Werkstättenleiter mit ihren Zöglingen auf Märkte, beliefern aber auch die Betreiber von Online Shops, wie etwa www.diwe-design.de. Von hier aus werden die sehr schönen und handgefertigten Waren in die ganze Welt verkauft.
Was bringt der Besuch in der Behindertenwerkstätte?
Dem Leben einen Inhalt zu geben: Das ist das Hauptziel der Arbeit in Behindertenwerkstätten. Beinahe schon nebenbei erhalten die behinderten Personen, die hier arbeiten, zusammen essen und zum Teil sogar zusammen leben, neben einer Schritt für Schritt aufgebauten Ausbildung in diversen Fähigkeiten noch Einblicke in ganz andere Bereiche. Soziale Kompetenz – soweit möglich – wird vermittelt. Dies verläuft vielleicht in anderen Bahnen, als in einem anderen Ausbildungsbetrieb: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und das tägliche respektvolle Miteinander kann aber – was viele nicht glauben – auch von geistig Behinderten durchaus zum Leben gehören.
Für die Angehörigen der Gehandicapten entfällt durch den Besuch in der Behindertenwerkstätte oft die Aufgabe, für eine ganztägige Betreuung zu sorgen. Alleine lassen können viele Eltern ihre kranken Kinder nur bedingt – mit Freude sehen sie aber dann, wie begeistert ihr Nachwuchs sich in ein schönes Leben „entfremdet“. Die Betreuer werden zu Freunden, ebenso wie die Kollegen. Gemeinsame Unternehmungen sind der Lohn für die Arbeit. Das Wissen, das die Behinderten in der Werkstätte erlangen, tragen sie mit Stolz in die Welt hinaus. Und auch, wenn die Finger ungeschickt sind, nicht jedes Wort einwandfrei gesprochen werden kann und für ein montiertes Werkstück, ein verpacktes Schmuckstück oder ein mühevoll geschreinertes Regal oft sehr viel Zeit beansprucht wurde: Die Arbeit, die die Betreuer investieren, zahlt sich schon deshalb aus, weil die Zöglinge, wie auch auf www.behindertenhilfe-dieburg.de aufgeführt, einen Lebensinhalt, Freunde, Beschäftigung und Erfolge im Leben erhalten und damit etwas vom Rand unserer manchmal intoleranten Gesellschaft weg kommen.